Wie kann Frau Vorsorgelücken entgegenwirken?

Stephanie Cuche ,

09. März 2021
Frau mit Kinder auf einer Parkbank
Häufig klafft zwischen den Renten von Mann und Frau in der Schweiz eine grosse Lücke. Diese entsteht etwa, wenn Frauen eine Pause in ihrer Erwerbstätigkeit einlegen, um sich um die Familie zu kümmern.


Frauen und Vorsorge

In der Generation, die sich jetzt Gedanken über die nahende Pensionierung macht, ist dies öfters der Fall. Die Reduktion der Erwerbstätigkeit auf eine Teilzeitstelle oder der Wiedereintritt in die Erwerbstätigkeit im niedrigen Prozentbereich führt dazu, dass viele Frauen weniger als CHF 21'510 verdienen und damit in der Pensionskasse nicht versichert sind. Nur Mitarbeiter mit Löhnen über dieser Schwelle werden in einer Pensionskasse versichert.


Wird diese Schwelle nicht erreicht, entstehen bei vielen Frauen Lücken in ihrer Pensionskasse, die sich im Alter negativ auf ihre Rente auswirken können. Ein weiterer Stolperstein kann der sogenannte Koordinationsabzug sein. Vom Jahreslohn wird der Koordinationsabzug von CHF 25’095 abgezogen. Wer zum Beispiel CHF 50'000 im Jahr verdient, hat daher nur einen versicherten Lohn von CHF 24'905. Der versicherte Lohn ist aber ausschlaggebend für die Beiträge, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber leisten. Gleichzeitig werden danach auch die Alters- und Hinterlassenenleistungen berechnet. Fortschrittliche Pensionskassen versuchen diese Benachteiligung von Teilzeitangestellten wett zu machen, indem sie den Koordinationsabzug im Verhältnis zum Prozentsatz der Anstellung vornehmen. Hier lohnt es sich, den Versicherungsausweis zu konsultieren. 



Wie kann Frau solchen Lücken entgegenwirken?

Eine Möglichkeit ist ein Einkauf in die Pensionskasse. Das Einkaufspotential ist aus dem Pensionskassenausweis ersichtlich. Mit dem Einkauf werden das PK-Kapital aufgestockt und die Vorsorgeleistungen verbessert. Wenn genügend Mittel für den Einkauf in die Pensionskasse vorhanden sind, verteilt man die Summe, die man einzahlen möchte am besten auf mehrere Jahre. Damit wird die Steuerprogression gebrochen und die Steuerlast sinkt. Mit der Erhöhung des Kapitals in der Pensionskasse steigen zudem die Vorsorgeleistungen im Alter und die Hinterlassenenleistungen. Im Einzelfall ist zu beachten, dass die Renten infolge der steigenden Lebenserwartung sinken dürften. Unter Umständen ist deshalb ein Kapitalbezug zu prüfen.


Eine Alternative zum Pensionskasseneinkauf ist die Investition in eine Säule 3a. Wer einer Pensionskasse angeschlossen ist, kann den vollen Betrag der ‘kleinen Säule 3a’ von neu CHF 6’883 pro Jahr einzahlen. Wer weniger verdient und damit der Pensionskasse nicht angeschlossen ist oder wer selbständig ist, kann 20% des Einkommens bis maximal CHF 34'416 im Jahr einzahlen. Auch hier ergibt sich neben einer besseren Vorsorge ein Steuereffekt.


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